Geschichte

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Es wäre falsch, das 19. Jahrhundert aus heutiger Sicht einfach als beschauliche "gute alte Zeit" zu verniedlichen. In Tat und Wahrheit stammen viele technische Errungenschaften, die uns heute selbstverständlich sind, aus jener überaus forschrittsgläubigen Epoche: die Eisenbahn, das Auto, das Telefon, die Fotografie, der Film und die drahtlose Telegrafie. Auch die Erzeugung und Nutzbarmachung der Elektrizität gelang bereits im letzten Jahrhundert. Ab 1890 setzte in unserem Land ein richtiger Elektrizitätsboom ein. 1895 waren bereits rund hundert lokale Kraftwerke in Betrieb. Auch Wattwil baute "im Ratzenloch" eine Turbinenstation mit einer Leistung von 50 PS, die am 15. August 1895 die ersten elektrischen Lampen speiste. Als Turbinen- und Wasserwart wählte die Dorfkorporation den Schlossergesellen Bernhard Bichler. Mit dem Einstieg in die Wasser- und Elektrizitätsversorgung hatte Bernhard Bichler sein berufliches Betätigungsfeld gefunden. Noch im selben Jahr eröffnete er sein eigenes Geschäft für Wasser- und Elektroinstallationen. Nach wenigen Jahren war die Wattwiler Stromerzeugung bereits völlig ausgelastet. Eine Erweiterung schaffte zunächst Reserven, doch die sprunghaft steigende Nachfrage überstieg bald einmal die Kapazität der lokalen Wasservorräte. Bereits 1905 schloss die Dorfkorporation mit dem Kraftwerk Kubel (das später in den St.Gallisch - Appenzellischen Kraftwerken aufging) einen Stromlieferungsvertrag ab. 1915 kam das Ende der Wattwiler Stromerzeugung. Das Kraftwerk Ratzenloch wurde in eine Transformerstation umgebaut. Zu jenem Zeitpunkt war Bernhard Bichler - 1914 eingebürgert - und längst ein erfolgreicher Unternehmer: Und bereits stand auch die nächste Generation bereit. Bernhad Bichler jun. übernahm dann die Geschäftsführung, sein Bruder Max widmete sich vor allem dem Wasseranlagenbau. Neue Anforderungen kamen auf das Unternehmen zu: Das Telefon begann sich auszubreiten, die ersten Radiostationen gingen auf Sendung, elektrische Haushaltgeräte kamen auf den Markt.
1928 wurde Elektro Bichler auch im Wattwiler Dorfbild präsent. 1943 starb Firmengründer Berhard Bichler hochbetagt, sein gleichnamiger Sohn und Nachfolger aber sollte ihn nur um fünf Jahre überleben. Als er 1948 er 53jährig plötzlich verschied, mussten seine Söhne Bernhard und Kurt von heute auf morgen das väterliche Geschäft übernehmen. 1961 erfolgte der Ausbau des heutigen Verkaufs und Schauraumes sowie der dahinter liegenden Elektrowerkstatt. Sieben Jahre später kamen im Hinterhof noch Büroräumlichkeiten sowie eine Radio- und Fernsehwerkstatt hinzu. 1966 starb der noch aus der zweiten Generation stammende Max Bichler, der sich vier Jahrtzehnte lang vor allem dem Wasseranlagenbau gewidmet hatte. Das Unternehmen konzentrierte sich fortan auf den Bereich Fernsehempfang, der im hügeligen Toggenburg besonders schwierige Probleme stellte. 1970 war die Bichler AG massgeblich an der Gründung der Buslinie Lichtensteig - Wattwil - Ebnat-Kappel beteiligt. 1984 schied Bernhard Bichler, der Bruder von Kurt Bichler, aus dem Geschäft aus. Dafür übernahm mit Urs Bichler bereits die vierte Generation unternehmerische Mitverantwortung. Vier Generationen und was für eine atemberaubende Entwicklung von jenen ersten Kohlefadenlampen bis hin zur Informatik von heute! Die reiche Erfahrung aus einer hundertjährigen Vergangenheit und der Wille, immer wieder dazuzulernen, werden die Bichler AG auch in Zukunft bestehen lassen.
Am 1. Januar 2001 ist die Firma Bichler AG in Bichler + Partner AG umgetauft worden.